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Umweltschutz
Die chinesische
Regierung schenkt bei der wirtschaftlichen Entwicklung dem Umweltschutz immer
größere Beachtung. Anfang der 70er Jahre stellte die Regierung Richtlinien und
Maßnahmen zur Entsorgung industrieller Abgase, Abwässer und fester Abfallstoffe
auf. Gleichzeitig wurde damit begonnen, die Verschmutzung von Flüssen, Seen und
Küstengewässern zu bekämpfen. Seit der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik betrachtet
China den Umweltschutz als eine grundlegende Staatspolitik. Eine ganze Reihe von
politischen Richtlinien, Gesetzen und Maßnahmen zum Umweltschutz wurde ausgearbeitet.
Das Leitprinzip lautet: "Den Wirtschaftsaufbau, den Stadt- und Landaufbau sowie
den Umweltaufbau gleichzeitig planen, gleichzeitig durchführen und gleichzeitig
entwickeln, um die Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in Einklang zu bringen."
Ferner werden drei politische Richtlinien praktiziert, nämlich "Vorbeugung zuerst
und in Verbindung mit Bekämpfung", "Wer Umweltverschmutzung verursacht, mu?sie
beseitigen" und "Verstärkung der Umweltverwaltung". Die Regierungen aller Ebenen
haben bei der Aufstellung der Pläne für die volkswirtschaftliche und gesellschaftliche
Entwicklung auch Maßnahmen zum Umweltschutz auszuarbeiten und einen Weg zur koordinierten
Entwicklung von Wirtschaft und Umweltschutz einzuschlagen. 1994 veröffentlichte
die chinesische Regierung "Chinas Programm für das 21. Jahrhundert ?das Weißbuch
über die Bevölkerung, Umwelt und Entwicklung im 21. Jahrhundert", in dem die Gesamtstrategie
der kontinuierlichen Entwicklung sowie die Maßnahmen und Aktionskonzepte Chinas
aufgestellt wurden. Bei der Entwicklung der Wirtschaft soll man ihre Wirkungen
auf die Bevölkerung, die Ressourcen und die Umwelt in Betracht ziehen. Im März 1996
wurden der 9. Fünfjahresplan für die volkswirtschaftliche und gesellschaftliche
Entwicklung und das Perspektivprogramm bis zum Jahr 2010 von der 4. Tagung des
VIII. Nationalen Volkskongresses geprüft und angenommen. Danach soll bis zum Jahr
2000 der Tendenz der Verschlimmerung der Umweltverschmutzung und der Zerstörung
des ökologischen Gleichgewichts im wesentlichen Einhalt geboten und die Umweltqualität
in einigen Städten und Gebieten verbessert werden. Bis zum Jahr 2010 soll der Zustand
der Verschlechterung des Ökosystems im wesentlichen geändert und die Umwelt in den
Städten erheblich verbessert werden. Städte mit schnellem Wirtschaftswachstum, schöner
Umgebung und gesundem ökologischem Umfeld sollen entstehen. Im Januar 1999 haben
die chinesische Regierung und die betreffenden Behörden das "Programm zum Aufbau
einer ökologisch gesunden Umwelt im ganzen Land" festgelegt und angenommen. Darin
ist das Ziel vorgegeben, da?China innerhalb der nächsten 50 Jahre das Umweltproblem
in drei Etappen löst. Institutionen zum Umweltschutz sind in China inzwischen
auf allen Regierungsebenen eingerichtet. Ende 1999 gab es in China mehr als 2500
für den Umweltschutz zuständige Behörden oberhalb der Kreisebene und 2111 Überwachungsstationen
aller Ebenen. 118 000 Personen sind gegenwärtig im Bereich des Umweltschutzes tätig,
von denen 36 000 für die Umweltüberwachung zuständig sind. Gesetzliche
Garantie und internationaler Austausch Die chinesische Regierung
ist bemüht um den Aufbau eines Rechtssystems zum Umweltschutz. Bislang wurden fünf
Schutzgesetze für einzelne Umweltobjekte und neun Ressourcengesetze erlassen. Der
Staatsrat hat darüber hinaus über 30 Verwaltungsvorschriften zum Umweltschutz festgelegt.
Mit der Vermehrung großer Bauprojekte wurden ferner "Verwaltungsvorschriften zum
Umweltschutz bezüglich der Aufbauprojekte" ausgearbeitet, um die Kontrolle zu intensivieren
und neue Verschmutzungsfaktoren rechtzeitig feststellen und ausschalten zu können.
Die chinesische
Regierung hat die Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der UNO, dem Globalumweltfonds,
der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank, mit den entwickelten Ländern
in Nordamerika und Europa sowie mit Japan und mit vielen Entwicklungsländern verstärkt.
Seit 1979 hat China die "Internationale Konvention über den Handel mit bedrohten
Tier- und Pflanzenarten", die "Internationale Konvention über die Kontrolle des
Walfangs", die "Wiener Konvention über den Schutz der Ozonschicht", die "Baseler
Konvention über die Kontrolle des Transfers gefährlicher Abfälle über Grenzen und
deren Behandlung", die "Montrealer Vereinbarung über die die Ozonschicht abbauenden
Materialien", die "Rahmenkonvention über die Klimaveränderung", die "Konvention
über den Erhalt der Artenvielfalt", die "Konvention über die Verhütung und Bekämpfung
der Verwüstung", die "Konvention über die international bedeutenden Feuchtgebiete
vor allem als Nistplätze von Wasservögeln" und die "Londoner Konvention von 1972"
unterzeichnet. Ferner hat die chinesische Regierung eine Reihe wichtiger Dokumente
ausgearbeitet wie das "Protokoll über den Umweltschutz Chinas im 21. Jahrhundert",
das "Aktionsprogramm über den Schutz der Artenvielfalt in China", das "Protokoll
über das Aktionsprogramm der Aufforstung im 21. Jahrhundert" und das "Protokoll
über Chinas Meere im 21. Jahrhundert" und seine Pflichten und Versprechungen gewissenhaft
erfüllt. Schutz
des Ökosystems
In den vergangenen fast 50 Jahren hat China eine von der Bodenerosion betroffene
Fläche von mehr als 670 000 qkm reguliert. Die Waldfläche macht jetzt 13,92% der
Landfläche aus. 151 musterhafte Ökogebiete wurden errichtet. Es gibt landesweit
1146 Naturschutzgebiete, 137 davon unterstehen direkt dem Staat. Das Projekt,
einen 7000 km langen Schutzwaldstreifen in Nordwestchina, Nordchina und Nordostchina
aufzubauen, wo die Bodenerosion und die Versandung sehr schlimm sind, ist Chinas
größtes Umweltprojekt.
Begonnen wurde damit im Jahr 1978. Bis 1996 erreichte die Aufforstungsfläche bereits
mehr als 18 Millionen ha. 21 Millionen ha Ackerland sind durch Waldstreifen geschützt,
und etwa 20% der versandeten Böden wurden verbessert. Zwei weitere Projekte - der
Schutzwaldstreifen am Ober- und Mittellauf des Yangtse und der Schutzwald entlang
der Küste - machen ebenfalls gute Fortschritte. Zur Zeit liegt in China
noch vieles im argen. Die Boden-erosion, die Ausbreitung der Wüsten und die Degenerierung
der Weideflächen nehmen ein bedrohliches Ausma?an. Um dem entgegenzuwirken, haben
die Regierungen aller Ebenen Maßnahmen getroffen und die Bekämpfung der Umweltverschmutzung
und den Schutz des Ökosystems beschleunigt. Vorbeugung
und Bekämpfung der Umweltverschmutzung Hinsichtlich der Verhütung
und Bekämpfung der industriellen Verschmutzung sowie der umfassenden Verbesserung
der städtischen Umwelt hat China durch die Verstärkung des Überwachungssystems und
durch den Einsatz technischer Neuerungen erhebliche Erfolge erzielt. 1999 wurden
22 285 Projekte gegen die Umweltverschmutzung realisiert. Die Investitionssumme
belief sich auf 12,31 Milliarden Yuan. In 536 Städten wurden 2364 Rauchkontrollgebiete
und in 431 Städten 2040 Lärmschutzgebiete ausgewiesen. Die Beseitigung von Wasserverschmutzungen
in den wichtigen Einzugsgebieten und Regionen sind umfassend in Angriff genommen
worden. 144 Betriebe mit einer Tagesabwassermenge von über 100 Tonnen im Einzugsgebiet
des Dianchi-Sees und 109 Betriebe dieser Art im Einzugsgebiet des Chaohu-Sees
wurden aufgefordert, in einer befristeten Zeit das Problem der Wasserverschmutzung
zu lösen. Die Unternehmen in den Einzugsgebieten des Dianchi und des Chaohu haben
im wesentlichen die vom Staat vorgesehene Emmissionsnorm erreicht, wodurch die
Wasserqualität der beiden Seen sich spürbar verbessert hat. |